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Donald Jr im Fokus: Neue Enthüllungen: Trump heuert Sonderberater an

WASHINGTONDie Russland-Affäre setzt Donald Trump immer stärker zu - und nun auch seinem ältesten Sohn. Jetzt heuert Trump einen Topanwalt an, der die Fäden in der Hand behalten soll. Ein Zeichen, wie ernst und kompliziert die Lage für das Weiße Haus geworden ist. Währenddessen sinken Trumps Beliebtheitswerte in den Keller.

Neue Enthüllungen: Trump heuert Sonderberater an
Ein halbes Jahr nach seinem Amtsantritt fällt US-Präsident Donald Trump in der Gunst der Wähler weiter. Foto: Markus Schreiber (dpa)

Nach einer stürmischen Woche holt der in der Russland-Affäre schwer unter Druck geratene US-Präsident Donald Trump einen Topanwalt als Sonderberater ins Weiße Haus. Vorausgegangen waren immer neue Enthüllungen über ein Treffen von Donald Trump Jr. mit einen russischen Anwältin im Wahlkampf, von dem sich der Präsidentensohn belastende Informationen über die Rivalin seines Vaters, Hillary Clinton, versprochen hatte. Anwalt Ty Cobb, ein Washingtoner Veteran, soll nun die Antworten des Weißen Hauses in der sich ausweitenden Untersuchung von Wahlkampfkontakten des Trump-Lagers koordinieren.

Der Präsident verteidigte am Sonntag seinen Sohn erneut und setzte seine massive Kritik an den „Lügenmedien“ fort, denen er diesmal „Verzerrung der Demokratie“ vorwarf. Jay Sekulov, ein Mitglied des Anwälteteams von Trump, machte zugleich in den TV-Sonntagstalkshows die Runde und betonte, dass das Treffen von Trump Jr. im Juni 2016 mit der russischen Anwältin Natalja Veselnitskaja keinesfalls illegal gewesen sei.

Zweifel um die Begleiter von Trump Jr. bei fragwürdigem Gespräch

Gleichwohl tauchten am Wochenende neue Fragen auf, die Zweifel daran wecken, ob der Präsidentensohn tatsächlich vollständig und wahrheitsgemäß Auskunft über die umstrittene Begegnung gegeben hat. So stellte sich heraus, dass dabei auch der russisch-amerikanische Lobbyist Rinat Achmetschin und ein Dolmetscher anwesend waren. Der Sender NBC berichtete, bei Achmetschin handele es sich um einen früheren sowjetischen Geheimdienstmitarbeiter.

 

Trump Jr. hatte nach dem Bekanntwerden des Treffens durch einen Zeitungsbericht lediglich von vier Teilnehmern berichtet - neben ihm und der Anwältin der damalige Wahlkampfmanager Paul Manafort und Trumps Berater und Schwiegersohn Jared Kushner. Der Sender CNN berichtete unter Berufung auf informierte Kreise sogar noch von zwei weiteren Anwesenden, ohne jedoch Namen zu nennen.

Die „Washington Post“ enthüllte, dass das Wahlkampfkomitee von Präsident Trump der Kanzlei eines Anwalts, der Donald Jr. vertritt, schon am 27. Juni 50.000 Dollar zahlte. Das war mehrere Tage bevor ein Bericht der „New York Times“ den Präsidentensohn zwang, das Treffen öffentlich zu bestätigen und bekannt wurde, dass er einen Anwalt in der Russland-Affäre angeheuert hat.

Trump ließ seinem Zorn bei Twitter heraus

Trumps Zorn darüber, dass er diese Sache einfach nicht abschütteln kann, zeigte sich in einer neuen Serie von Tweets. „Hillary Clinton kann illegal die Fragen für die Debatte bekommen und 33.000 E-Mails löschen, aber mein Sohn Don wird von den Fake News Media (Lügenmedien) verachtet?“, schrieb der Republikaner am Sonntag, als die meisten Amerikaner noch schliefen.

Trump bezog sich dabei darauf, dass die damalige Interimsvorsitzende der Demokraten, Donna Brazile, Clinton vor einer TV-Debatte im Vorwahlkampf vorab über zwei Fragen informiert hatte. Außerdem spielt Trump auf die E-Mail-Affäre um Clinton an: Die Demokratin hatte in ihrer Zeit als Außenministerin dienstliche Kommunikationen über einen privaten Server laufen lassen und dann Zehntausende Mails gelöscht.

Darum geht es bei der Russland-Affäre

Hintergrund der ganzen Affäre sind geheimdienstliche Erkenntnisse, nach denen Russland unter anderem durch Hacking versucht hat, die Wahl zugunsten von Trump zu beeinflussen. In diesem Zusammenhang untersuchen die Bundespolizei FBI und mehrere Kongressausschüsse, ob es dabei eine Zusammenarbeit mit Mitgliedern von Trumps Wahlkampf-Team gegeben hat. 

Trumps Beliebtheitswerte sind historisch niedrig

Nach einer am Sonntag veröffentlichten Umfrage der "Washington Post" und des Senders ABC stimmen nur noch 36 Prozent Donald Trumps Amtsführung zu, während es im April 42 Prozent waren. Dem Nachrichtenportal "Politico" zufolge ist das der tiefste Wert für einen Präsidenten nach sechs Monaten im Amt seit 70 Jahren.

Die Ergebnisse der Erhebung deuten nach Angaben der "Washington Post" auf verschiedene Ursachen für Trumps mangelnde Beliebtheit hin. So sei etwa die derzeitige Zustimmung zu Obamas Gesundheitsreform ("Obamacare") doppelt so hoch wie die zu republikanischen Plänen für ein neues System. Am stärksten schneidet Trump der Umfrage zufolge bei der Wirtschaft ab: Da geben ihm 43 Prozent gute Noten, 41 Prozent schlechte. Befragt wurden 1000 Amerikaner zwischen dem 10. und 13. Juli.

dpa

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