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23-Jährige soll BVB führen: Neuzugang Caro Müller will nächsten Schritt machen

DORTMUNDEtwa sechs Wochen ist Caro Müller nun Teil von Borussia Dortmund. Und die großen Erwartungen, die die Verantwortlichen des Handball-Bundesligisten in ihren Neuzugang vom VfL Oldenburg gesetzt haben, scheinen sich zu erfüllen. In der Vorbereitung jedenfalls überzeugte die 23 Jahre alte Spielmacherin sowohl Trainerin als auch Teamkolleginnen. Sie selbst sieht sich bereits "bestens aufgenommen und integriert".

Der Umzug aus der Studentenstadt Oldenburg ins Ruhrgebiet ließ zunächst nicht allzu viel Gutes vermuten. „Ich hatte die Vorstellung, Dortmund sei nicht wirklich attraktiv“, sagt Caro Müller. Sie hatten sich eben auch in ihren Kopf eingeprägt, diese typischen Bilder von rauchenden Schloten, stillgelegten Zechentürmen und grauen Betonklötzen. Doch wie so viele andere, die hier irgendwann herkommen, wird auch sie davon überrascht, „dass es hier ja eigentlich doch ganz schön ist“. Mit ihrem Freund ist die 23-Jährige nach Hombruch gezogen. Der Stadtteil habe überall schöne Ecken, „und ich hätte nicht erwartet, dass es so viel Grün gibt“, sagt Caro Müller, die mit vollständigem Namen Caroline heißt.

Natürlich ist sie nicht allein wegen der Stadt Dortmund ins Ruhrgebiet gezogen. Der entscheidende Grund für ihren Wechsel vom VfL Oldenburg zum BVB waren vielmehr „die Ziele des Vereins, die Mannschaft und das Umfeld“, wie sie erklärt. Die Schwarzgelben wollen über kurz oder lang international spielen, und Caro Müller ist überzeugt davon, dass dieser Traum schon bald Realität werden kann. „Wir haben einen äußerst breiten Kader, viele gute Individualistinnen, die aber auch gut zusammen spielen können.“

Wichtiger Bestandteil

Sie selbst soll ein wichtiger Bestandteil des aktuellen Teams, aber auch der Zukunft vom BVB werden. Die Vorschusslorbeeren jedenfalls könnten größer kaum sein. Caro Müller, betont Trainerin Ildiko Barna, werde nicht nur den BVB, sondern auch „die deutsche Nationalmannschaft in der Zukunft gemeinsam mit Alina Grijseels führen“.

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Es ist nicht das erste Lob, dass die 56 Jahre alte Ungarin an Müller vergibt. Schon nach Bekanntwerden des Wechsels hat sie davon gesprochen, dass sich der Verein wohl eines der größten Talente Deutschlands an Land gezogen habe. Heute sieht sich die Trainerin in ihrer Meinung bestärkt. Müller habe die Mannschaft in der Vorbereitung „bereits sehr gut geführt“, sagt Barna. „Sie ist taktisch sehr reif, hat einen guten Überblick.“ Für Barna ist die neue Spielmacherin zudem wichtige Ansprechpartnerin auf dem Feld, „wir kommunizieren sehr viel, das hilft auch mir“.

Hohe Spielinzelligenz

Caro Müller, das haben die vergangenen Wochen gezeigt, soll das Spiel der Borussia künftig in der Mitte ordnen. Dabei wolle sie weniger selbst im Mittelpunkt stehen als vielmehr ihre Teamkolleginnen in Szene setzen, „damit diese ihr Spiel aufziehen können“, erklärt sie. Barna sagt, Müller bestimme den Rhythmus des Teams. Sie lasse viele Dinge einfach aussehen, was ein Zeichen ihrer Spielintelligenz sei. Aber längst ist noch nicht alles Gold, was glänzt.

Ihre Trainerin sieht Verbesserungspotenzial vor allem in Sachen Abwehrverhalten. Da müsse „Caro noch aggressiver agieren“. Auch an Erfahrung mangele es der 23-Jährigen, die zum 1. September in der Sportfördergruppe der Bundeswehr in Warendorf antreten kann, wegen ihres vergleichbar jungen Alters naturbedingt noch ein wenig. „Aber sie ist sehr lernwillig, da mache ich mir keine Sorgen“, sagt Barna. Caro Müller selbst geht die neue Aufgabe zurückhaltend an, will sich erst einmal in der neuen Mannschaft etablieren und dann irgendwann auch den nächsten Entwicklungsschritt machen. Sie sei überzeugt davon, „dass mir dieser hier gelingen wird“.

Mit 14 Jahren in Dänemark

Es soll der nächste Schritt in einer durchaus bemerkenswerten Karriere sein. So wagte Müller, die das Handballspielen einst beim VfL Gräfenhainichen lernte, schon im Alter von 14 Jahren den Schritt ins Ausland nach Dänemark, wo sie zunächst bei Viborg HK (2008 bis 2012) und anschließend bei Ringkøbing Håndbold aktiv war, ehe sie im Jahr 2014 zurück nach Deutschland zum VfL Oldenburg kehrte. In diese Zeit fallen auch ihre beiden Kreuzbandrisse 2010 und 2015, von den sie gestärkt zurückkam.

Die Auslandserfahrungen, aber auch die schweren Verletzungen hätte ihre Persönlichkeit gestärkt, sagt sie. Bezüglich möglicher Langzeitfolgen aufgrund der Verletzungen fügt sie noch an: Ich vertraue da meinem Körper, und der hat mich bisher auch noch nicht im Stich gelassen.“

Traum von der WM

Bleibt die Geschichte mit der Nationalmannschaft. Im Dezember findet im eigenen Land eine Weltmeisterschaft statt. Ob sie dabei ist? „Wenn man realistisch ist, wird es schwer“, sagt Müller. Aber träumen ist ja bekanntlich erlaubt. „Und wenn man gute Leistungen zeigt, dann muss der Bundestrainer einem eine Chance geben.“ Jetzt will sie sich ohnehin erst einmal auf Dortmund konzentrieren, wo sie einen Zweijahresvertrag unterschrieben hat. Und wer weiß: Vielleicht bleibt sie ja auch ein wenig länger, jetzt, wo sie auch die Stadt langsam zu schätzen lernt. 

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