Ein Angebot aus dem Medienhaus Lensing

Tennis: Wimbledon: Glatter Sieg gegen Cilic: Achter Federer-Triumph

DORTMUNDRoger Federer hat sich 14 Jahre nach seiner Titelpremiere erneut zum Wimbledon-Champion gekrönt und sich mit seinem achten Triumph auf dem Heiligen Rasen als alleiniger Rekordhalter endgültig in der Tennis-Geschichte verewigt. 6:3, 6:1, 6:4 gewann der Schweizer am Sonntag im Finale gegen den gehandicapten Kroaten Marin Cilic.

Glatter Sieg gegen Cilic: Achter Federer-Triumph
Roger Federer hat zum achten Mal das Tennisturnier in Wimbledon gewonnen. Foto: dpa
18 Bilder
Roger Federer: Die Karriere in Bildern

Mit seinem Erfolg in nur 1:41 Stunden schrieb Federer ein weiteres Kapitel in seiner Karriere der Superlative. Er überflügelte die siebenmaligen Turniersieger William Renshaw und Pete Sampras, sicherte sich Grand-Slam-Titel Nummer 19 und ist jetzt der älteste Wimbledon-Gewinner in der Historie des Profitennis. 

"Ich liebe dieses Turnier"

„In Wimbledon Geschichte zu schreiben, macht mich glücklich. Ich liebe dieses Turnier, bei dem all meine Träume als Spieler wahr geworden sind“, hatte Federer vor dem achten Duell mit Cilic gesagt. Einen Tag nach der Wimbledon-Siegpremiere der Spanierin Garbiñe Muguruza durften in der Royal Box neben reichlich Tennis-Prominenz auch Prinz William und Herzogin Kate, die britische Premierministerin Theresa May, die Schweizer Bundespräsidentin Doris Leuthard oder Fürst Albert II. von Monaco die Federer-Festspiele bestaunen. 
 


Nur bis zum 2:2 im ersten Satz sahen sie ein ausgeglichenes Match. Der Weltranglisten-Sechste Cilic peitschte immer wieder seine Vorhand in die Ecken und ließ Federer laufen. Der Schweizer wirkte zumindest zu Beginn leicht angespannt. Als er seinen ersten Spielball zum 1:1 hatte, unterlief ihm ein Doppelfehler. Beim Stand von 1:2 wehrte Federer einen Breakball ab, feierte den Punktgewinn zum 2:2 mit einem lauten „Komm jetzt“ und riss die Zuschauer wenig später mit einem spektakulären Ballwechsel mit Netzangriff erstmals von den Sitzen. 

Erfolgloser Kampf gegen die Tränen

Im Gegensatz zum verregneten Vortag, als Muguruza unter dem geschlossenen Dach des Centre Courts die fünfmalige Wimbledonsiegerin Venus Williams mit einem 7:5, 6:0 deklassierte, schob sich während des Herren-Finals immer mal wieder die Sonne durch die Wolken. Zum 3:2 nahm Federer seinem 1,98 Meter großen Gegenüber den Aufschlag ab und sicherte sich nach 36 Minuten den ersten Satz. 
 


Zu Beginn des zweiten Durchgangs verdunkelte sich plötzlich die Stimmung bei Cilic. Er verlor sein Service zum 0:2 und musste sich beim Stand von 0:3 behandeln lassen. Der 28-Jährige vergrub sein Gesicht im Handtuch und kämpfte erfolglos gegen die Tränen an. „Du kannst dich nicht verstecken, alle schauen dir zu“, sagte der dreimalige Wimbledonsieger Boris Becker als TV-Experte für die BBC. 

Geschwächt und angeschlagen

Als die Zuschauer schon eine Aufgabe befürchteten, kam Cilic aber wieder auf den Platz zurück und versuchte sich zu wehren. Doch der US-Open-Sieger von 2014 wirkte merklich geschwächt und angeschlagen. Nur 25 Minuten dauerte Durchgang zwei. Wieder kam medizinisches Fachpersonal auf den Platz und verband mehrere Blasen am linken Fuß.
 


War Federer ohne Satzverlust durch seine 19. Wimbledon-Teilnahme gerauscht, musste Cilic im Viertelfinale gegen Gilles Muller fünf Sätze lang kämpfen und im Halbfinale gegen Sam Querrey vier. Ohne die Blessuren hätte er vielleicht Federer wie im Viertelfinale des vergangenen Jahres heftigere Gegenwehr leisten können. 2016 siegte Federer erst nach einem 0:2-Satzrückstand und der Abwehr dreier Matchbälle. Diesmal aber ließ Federer keinen Zweifel aufkommen, dass er diesen achten Titel so sehr wollte wie kaum einen anderen zuvor. Erst als zweiter Spieler nach dem großen Schweden Björn Borg 1976 gewann er ohne Satzverlust Wimbledon. 

Achter Triumph

Nach seinem Coup bei den Australian Open und den Erfolgen in Indian Wells und Miami hatte Federer eine freiwillige zehnwöchige Auszeit genommen und auf die komplette Sandplatz-Saison mit den French Open als Höhepunkt verzichtet. Für Wimbledon wollte er unbedingt auf dem Zenit seines Könnens sein. Und das war er vom ersten Match an gegen den Ukrainer Alexander Dolgopolow über die dritte Runde gegen Mischa Zverev bis hin zu seinem elften Endspiel an der Church Road. 

Von der Behandlungspause ließ sich Federer nicht beeinflussen oder gar irritieren. Er spielte einfach hochkonzentriert und fokussiert weiter. Im dritten Satz glückte ihm die Vorentscheidung mit einem Break zum 4:3 und verwandelte seinen zweiten Matchball, der erste Wimbledon-Titel seit 2012 und der achte nach 2003, 2004, 2005, 2006, 2007, 2009 und 2012. 

Von dpa

Zur Startseite >

Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

Bitte beachten Sie beim Verfassen eines Kommentars unsere Kommentarregeln.

Verkehr ohne Verkehrsregeln führt ins Chaos. Internet-Debatten ohne Verhaltensregeln auch. Deshalb gibt es diese Kommentarregeln. Sie definieren den Rahmen, der eine sachliche, niveauvolle, faire und offene Diskussionskultur möglich machen soll. Wir bitten alle Leserinnen und Leser, sich an die folgenden Regeln zu halten:

  • Registrierung: Um bei uns mitdiskutieren zu können, müssen Sie sich registrieren. Bitte tun Sie dies mit Ihrem tatsächlichen Namen. Wir behalten uns das Recht vor, Accounts mit Fantasienamen zu sperren.
  • Seien Sie freundlich, fair und tolerant! Ein guter Umgangston ist die Grundlage für eine gute Diskussion. Behandeln Sie andere so, wie Sie selbst behandelt werden möchten.
  • Das bedeutet: Keine persönlichen Angriffe auf andere Nutzer! Beleidigende, rassistische, sexistische, vulgäre, hetzerische oder gewaltverherrlichende Töne sind bei uns nicht erwünscht und werden vom Administrator gelöscht. Gleiches gilt für Links auf entsprechende Seiten im Internet.
  • Teilen Sie Informationen mit uns! Schenken Sie uns und den anderen Lesern Ihr Expertenwissen! Schildern Sie uns Ihre Beobachtungen als Augenzeuge! Stellen Sie Fragen und sagen Sie uns, wozu Sie noch mehr erfahren wollen!
  • Das Veröffentlichen urheberrechtlich geschützter Inhalte - zum Beispiel kompletter Artikel anderer Internetseiten - ist nicht erlaubt. Inhalte und Links mit werblichem oder kommerziellem Charakter werden gelöscht.
  • Es ist verboten, private Daten (Adressen, Telefonnummern, E-Mail-Adressen) zu veröffentlichen.
  • Beachten Sie das Thema einer Diskussion - Off-Topic-Beiträge sind unerwünscht.
  • Mit der Teilnahme an der Diskussion erkennen Sie die Kommentarregeln an. Bei Verstößen kann ein Diskussionsteilnehmer dauerhaft ausgeschlossen werden. Eine Registrierung unter einem anderen Namen wird nicht gestattet.
  • Wir behalten uns vor, einzelne Nutzerbeiträge in anderen Medien zu veröffentlichen. Ein Anspruch auf ein Honorar besteht nicht.
  • Bei technischen Problemen schreiben Sie bitte eine E-Mail an online@ruhrnachrichten.de.
Sie können bis zu 1000 Zeichen als Text schreiben.

Mehr aus diesem Ressort

Auch interessant

Weitere Artikel

Das Morgen-Update: Taucher bergen Leiche, Dieseltanks brennen, Kevin Großkreutz sagt aus

Taucher bergen Leiche, Dieseltanks brennen, Kevin Großkreutz sagt aus

NRWTaucher bergen die Leiche eines Mannes aus einem Auto im Rhein-Herne-Kanal, die Parteien formulieren erste Bedingungen für ihre weitere Arbeit. Klagen gegen den Neubau der A1-Brücke in Leverkusen, ein Großbrand in Ennepetal, Kevin Großkreutz als Zeuge vor Gericht, die Champions League, Donald Trump wird Obamacare nicht los - hier erfahren Sie, was Sie in der Nacht verpasst haben und was der Tag bringt.

Nach Oben
© 2016 Verlag Lensing-Wolff GmbH & Co. KG