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Klare Ratsmehrheit: Agathaschule zieht 2019 an den Nonnenkamp

DorstenDer Stadtrat sprach sich am Mittwochabend mit deutlicher Mehrheit gegen einen Neubau der Agathaschule am Voßkamp aus. Der Wechsel zum Nonnenkamp erfolgt 2019, die dortige Geschwister-Scholl-Schule weicht bereits nächstes Jahr zur Marler Straße aus.

Agathaschule zieht 2019 an den Nonnenkamp
Die Tage der Agathaschule am Voßkamp sind gezählt. Die Altstadt verliert in zwei Jahre ihre Grundschule. Foto: Jennifer Riediger

Ja, Nein, Ja, Nein, Ja, Ja: Als alle Argumente ausgetauscht waren, wurde eine Strichliste geführt. Die SPD hatte die namentliche Abstimmung beantragt, jedes Ratsmitglied wurde einzeln aufgerufen. Doch klar war da längst, dass sich FDP und UBP dem CDU-Antrag anschließen würden.

Busverbindung von der Feldmark

Die Christdemokraten hatten zuvor einige Bedingungen an den Wechsel der einzigen Altstadt-Grundschule auf die Hardt geknüpft. Zum Beispiel: „Der Schulhof muss grundschulgerecht umgestaltet werden“, betonte Fraktionschef Bernd Schwane. Langfristig müsse ein Schulbus von der Feldmark I mit mindestens drei Haltestellen auch in der Innenstadt eingerichtet werden. Und: Die „neue“ Agathaschule müsse für Gottesdienste einen Andachtsraum bekommen, zehnmal pro Jahr müsse die gesamte Schulgemeinde per Bus zur Agathakirche am Marktplatz gebracht werden.

Die Atmosphäre im Festsaal von Schloss Lembeck war zuvor wenig feierlich gewesen. Für die SPD, aber auch für die Grünen und die Linken, die gemeinsam einen dreizügigen Neubau forderten, ist ein „so großer Stadtteil wie die Altstadt ohne Grundschule unvorstellbar“. Fraktionsvorsitzender Friedhelm Fragenmann wetterte mit Blick auf das bekannte Innenstadt-Förderprogramm: „Wir machen Mitte durch gesellschaftliche Entkernung.“

Finanzierung eines Neubaus blieb ungewiss

Susanne Fraund (Grüne) nannte den Neubau „keine sehr teure, aber sehr gute Variante“. Allerdings: Fast 10 Millionen Euro würde das Gesamtpaket nach Berechnungen der Stadtverwaltung kosten. Woher das Geld kommen würde? Niemand wusste darauf eine konkrete Antwort.

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Die CDU hatte auf die deutlich steigenden Schülerzahlen verwiesen, die am Nonnenkamp besser unterzubringen seien. Auch der Bedarf am Offenen Ganztag wird in den nächsten Jahren weiter zunehmen, geht aus einer kurzfristigen Berechnung der Stadtverwaltung hervor. Schon jetzt gebe es an der Agathaschule eine Warteliste, ein weiter steigender Bedarf könne am Voßkamp durch einen Neubau langfristig nicht aufgefangen werden.

Da legte sich dann auch die FDP fest: „Aus pädagogischen und schulpolitischen Gründen scheidet für uns ein Neubau aus“, sagte Fraktionsvorsitzender Tristan Zielinski.

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Kommentare
  • Hauptschule im Stadtsfeld
    von JAYjayJAY am 15.09.2017 17:11 Uhr

    Ich frage mich auch, was das Stadtsfeld zum besten Standort für die Hauptschule macht. Mir liegen die Zahlen, aus welchen Stadtteilen die Schüler kommen, nicht vor, aber ich wage zu bezweifeln, dass sie überwiegend aus dem Stadtsfeld und der Altstadt kommen. Natürlich ist Schülern einer weiterführenden Schule ein längerer Schulweg zumutbar, aber sollten der Weg für die Mehrheit an Schülern nicht so kurz wie möglich sein? Ich würde mich freuen, wenn die Dorstener Zeitung uns auch hierzu aufschlauen könnte und recherchiert, welche Beweggründe die Stadt für einen Umzug zu diesem Standort hat, der Umzugs- und Renovierungskosten nach sich zieht und nachteilig für die Kita Regenbogen ist.

  • Wo die Schüler herkommen um zur Geschwister-Scholl zu gehen?
    von zitronennemo am 15.09.2017 17:49 Uhr

    Die Schüler kommen aus den Stadteilen : Hervest, Östrich,Lembeck,Alstadt, Holsterhausen,Altendorf,Hardt,Feldmark,Deuten,Rhade, Wulfen-Barkenberg,Bottrop-Kirchhellen.
    Insgesamt hat die Schule 13 Klassen mit den zwei neuen 5er dieses Jahr ca.280 Schüler.

  • Abwägung
    von JAYjayJAY am 15.09.2017 16:18 Uhr

    Wenn die Agathaschule an die Marler Straße zieht, werden wahrscheinlich auch alle 101 Stadtsfeldkinder diese besuchen, was die Schule in Altendorf-Ulfkotte gefährden kann. Grundsätzlich bin ich der Ansicht, dass zwingend in jedem Stadtteil eine fußläufige Grundschule vorhanden sein muss. Wenn die Stadt allerdings hierzu Entscheidungen treffen muss, sollte folgendes beachtet werden:
    1. Für 101 Kinder verbessert sich der Schulweg. In A-U würde sich nur für 51 Kinder der Weg verschlechtern.
    2. Nicht nur mehr Kinder, sondern auch mehr Steuerzahler sind im Stadtsfeld, die das ganze finanzieren müssen und auch Mitspracherecht haben sollten.
    3. Das Stadtsfeld ist ein innenstadtnahes Wohngebiet bei dem man erwarten kann, dass eine Grundschule fußnah erreichbar ist. (Gleiches gilt natürlich für die Altstadt!) A-U liegt außerhalb und wer sich entscheidet dort hin zu ziehen, ist sich bewusst, dass die ländliche Lage Nachteile mit sich ziehen kann...

  • So ist es
    von ukrempel am 15.09.2017 15:11 Uhr

    Kann ich nur so unterschreiben. Aber wie schon bei der Wichernschule würde auch hier ein Bürgerbegehren keinen Erfolg haben.
    Und in 15 Jahren wird dann im Stadtsfeld eine neue Grundschule gebaut, weil der Bedarf da ist.... Was ja heute noch keiner ahnen konnte....

  • Marler Straße = bessere Option 4
    von JAYjayJAY am 15.09.2017 14:46 Uhr

    Eine Verschiebung der Schülerzahlen an den Schulen wird es auch beim Standort Nonnenkamp geben. Pestalozzi und Altendorf-Ulfkotte werden erhöhte Anmeldezahlen haben und beim Nonnenkamp werden diese sinken, so dass der Nonnenkamp übedimensioniert sein wird und Pestalozzi und Altendorf-Ulfkotte aufgestockt werden müssen.

    Um nur mal ein paar Argumente zu nennen, warum die Marler Straße dem Nonnenkamp vorzuziehen ist...

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