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Nach sexuellem Übergriff: Flüchtlinge distanzieren sich von Straftätern

HALTERNDer sexuelle Übergriff Anfang September in Haltern hat auch Diskussionen über Zuwanderung befeuert. Flüchtlinge unterschiedlicher Herkunftsländer sind daraufhin am Samstag auf die Straße gegangen, um sich von den Tätern zu distanzieren. Hier lesen Sie ihre emotionalen Aussagen.

Flüchtlinge distanzieren sich von Straftätern
Die Geflüchteten verlasen Botschaften auf dem Marktplatz. Foto: Elisabeth Schrief

„Aus tiefstem Herzen möchten wir Sie wissen lassen, dass die Vorfälle der letzten Tage auch uns sehr mitgenommen haben. Wir möchten Ihnen versichern, dass wir die Tat als zutiefst beschämend und abscheulich erachten“, sprach Jelal Jehady ins Mikrofon. Er sagte auch, die Flüchtlinge verurteilten jegliche Art von Gewalt, insbesondere eine solch unmenschliche, frauenfeindliche Tat wie in der Nacht zum Heimatfest-Samstag.

Am Samstag verteilten die Geflüchteten auf dem Alten Markt Blumen und Bonbons, an denen sie Botschaften geheftet hatten, und verlasen Gedanken in ihrer Sprache oder in Deutsch. Murtadha Jaafra aus dem Irak will ebenfalls nicht akzeptieren, was passiert ist. So viele in Haltern kümmerten sich um ihn und all die anderen. „Wir kommen in Frieden und als Brüder.“ Die Ereignisse, so hieß es in weiteren kurzen Ansprachen, gäben Grund zu tiefer Beunruhigung. „Wir verurteilen diese unmenschliche Tat und die Respektlosigkeit gegenüber einer Frau.“

Claudia Bars blieb vor der Sixtuskirche stehen und hörte den Reden zu. „Es ist wichtig, dass nicht alle Flüchtlinge über einen Kamm geschoren werden. Das würde dem Opfer und auch allen anderen Zuwanderern Schaden zufügen“, sagte sie. Sie freue sich über die Initiative. Bürgermeister Bodo Klimpel, der später dazu kam, dankte den Männern für die Aktion: „Die Initiative zeigt gleichzeitig, dass die Integrationsbemühungen in Haltern auf alle Fälle funktionieren.“

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Kommentare
  • Flüchtlinge in Haltern
    von Kulturskeptiker am 12.09.2017 18:35 Uhr

    ...am Samstag verteilten die Geflüchteten auf dem Alten Markt Blumen und Bonbons, an denen sie Botschaften geheftet hatten ... Wer ist denn so naiv und glaubt denn, daß diese Initiative von den Wirtschaftzuwanderen ausgegangen ist? Blumen und Bonbons verteilen und Botschaften verlesen, das trägt eindeutig die Handschrift von Sozialarbeiterinnen und Junglehrerinnen.

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