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Schwere Vorwürfe: Polizist konfrontiert Verkäuferin vor Kunden

HALTERNSzenen wie aus einem Fernsehkrimi: Ein Mann betritt ein Geschäft, in dem sich einige Kunden aufhalten. Wo er Frau X und Herrn Y finde, will er wissen. Der Mann zückt einen Polizeiausweis, gibt sich als Kommissar zu erkennen und erklärt vor Kunden und Mitarbeitern, für ihn werde die Chefin sofort Zeit haben. Wegen eines falsch geparkten Autos.

Polizist konfrontiert Verkäuferin vor Kunden
Foto: dpa

Wir befinden uns nicht bei den Dreharbeiten für eine Folge von „K11 – Kommissare im Einsatz“. Vielmehr wird die Szene so von einem Halterner Ehepaar beschrieben. Sie spielte sich an einem Montagmorgen gegen 11 Uhr in einem Halterner Ladenlokal ab.

Wem der Wagen vor der Tür gehöre, habe der Kripobeamte von der Geschäftsinhaberin wissen wollen und sich gleichzeitig nach dem Aufenthaltsort ihres Ehemannes erkundigt. „Der ist an seinem Arbeitsplatz“, teilte die Geschäftsfrau mit. Dann solle er sich am nächsten Tag auf der Wache in Marl melden. Wenn er sich dort nicht einfinde, werde ihn die Polizei an seinem Arbeitsplatz aufsuchen, soll der Kripobeamte deutlich gemacht haben.

Im Fernsehfilm hätte die so überraschte Ladeninhaberin vielleicht gedacht „Cool bleiben, sie sind uns auf der Spur.“ Im wahren Leben ist der Frau aber das Herz eine Etage tiefer gerutscht, und sie fragte sich: „Oh, mein Gott, was hat mein Mann verbrochen?“

Am nächsten Tag fand sich dieser auf der Marler Wache ein und erfuhr hier, worum es eigentlich ging. Der Halterner war im August mit dem kleinen Geländewagen seiner Frau zu weit in ein Halterner Waldstück gefahren. Er hatte das Auto dort abgestellt und war mit seinem Hund spazieren gegangen. Durch dieses Verhalten war er in den Verdacht geraten, er könne zu den Wilderern gehören, die seit geraumer Zeit in der Region ihr Unwesen treiben.

Einem Bürger war das widerrechtlich abgestellte Auto aufgefallen. Als auch noch zwei Schüsse fielen, stellte er Anzeige bei der Polizei. „Mein Auto hatte ich nicht ordnungsgemäß geparkt. Das ist klar“, sagte der Verdächtigte jetzt im Gespräch mit der Redaktion. Dafür werde er natürlich geradestehen. Gemeinsam mit seiner Frau wundert er sich allerdings über den Ermittlungsstil der Polizei, die wegen einer begangenen Ordnungswidrigkeit gleich zum größeren Besteck ihrer Möglichkeiten griff.

Polizeisprecher Michael Franz nahm zu den Vorwürfen wie folgt Stellung: Grundsätzlich sei es im Rahmen von Ermittlungen möglich, dass Geschäfte oder Wohnungen aufgesucht werden, um Befragungen durchzuführen. Wie diese ablaufen würden, liege immer im Ermessen des Sachbearbeiters. Im vorliegenden Fall könne der Verantwortliche gerade nicht befragt werden, da er sich im Urlaub befindet. 

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