Ein Angebot aus dem Medienhaus Lensing

Grundschulen: Streit um den 12-Uhr-Bus

Schermbeck"Einsparung von Geldern zulasten der Jüngsten", wirft Ulrike Trick (Grüne) Bürgermeister Mike Rexforth vor. Der kontert, Trick würde die Bürgerinnen und Bürger täuschen. Worum es geht? Mit Beginn des Schuljahres wurde die Busfahrt um 12 Uhr eingestellt. Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Streit um den 12-Uhr-Bus
Bislang konnten Kinder nach der vierten Stunde um 12 Uhr in den Bus einsteigen. Mit Beginn dieses Schuljahres wurde diese Buslinie in Schermbeck eingespart. Franziska Kraufmann

Was wirft Trick Rexforth vor?
Die Fraktion der Grünen lege großen Wert darauf, dass die Streichung der 12-Uhr-Rückfahrtmöglichkeit für Grundschüler nicht im Schulausschuss beschlossen wurde, so Trick. Rexforths Konter: „Frau Trick, Sie sagen nachweislich die Unwahrheit.“ Der einstimmige Beschluss im März habe den Passus enthalten: „Nach Gesprächen mit den Schulleiterinnen haben beide Grundschulleitungen zugesichert, dass ab dem Schuljahr 2017/2018 (30.8.2017) die Schulendzeiten derart gelegt werden, dass lediglich je Schultag nur zwei Rückfahrten für die Grundschulen notwendig sind.“ Trick entgegnet, dass der Ausschuss getäuscht worden sei. Denn mit diesem Passus sei „keineswegs gesagt, dass Erstklässler nach Schulschluss noch eine weitere Stunde darauf warten müssen, nach Hause zu kommen“.

Um wie viele Kinder geht es überhaupt?
Sieben sind es laut Schulleiterin Jessica Steigerwald an ihrer Gemeinschaftsgrundschule insgesamt: dienstags fünf, mittwochs sieben. Sie habe den Stundenplan so gelegt, dass es möglichst wenige Kinder sind. Im zweiten Halbjahr werden es wohl noch weniger Kinder sein, da Englisch im Stundenplan der ersten Klassen hinzukomme. Judith Nikolei, Leiterin der Maximilian-Kolbe-Schule, schätzt die Zahl an ihrer Schule auf etwa zehn.

Wie verbringen die Kinder die Wartezeit?
„Die streunen nicht unbetreut über den Schulhof“, sagt Judith Nikolei. Die Kinder seien versorgt, würden in andere Klassen gehen und dort etwa nach Absprache mit den Eltern Hausaufgaben machen. „Bei schönem Wetter wird draußen gespielt“, sagt Steigerwald, aber auch Hausaufgaben-Machen oder Malen sei möglich. Die Kinder seien aber immer beaufsichtigt.

Gab es Proteste seitens der Eltern?
„Nein“, sagt Steigerwald. Man werde aber noch einmal gezielt die Eltern betroffener Kinder ansprechen. Von einigen wisse sie, dass sie es schätzten, dass die Kinder verlässlich bis 1 Uhr betreut werden. Nicolei hat nur von einem Fall mitbekommen, bei dem sich eine Mutter negativ über den wegfallenden Bus geäußert habe.

Wie viel spart die Gemeinde durch die wegfallende Buslinie?
Trick sagt, die Gemeinde habe ihr gegenüber die Summe auf 18 000 Euro beziffert.

Wie beurteilen die beiden Schulleitungen die wegfallende Buslinie?
„Das ist kein Drama“, sagt Steigerwald, die zu bedenken gibt, dass für die wenigen betroffenen Kinder drei Busse (Gahlen, Rüste und Uefte) eingesetzt werden müssten. Es könne so tatsächlich sein, dass nur ein Kind im Bus sitze. Als „nicht Drama verdächtig“ schätzt auch Nikolei die Angelegenheit ein. „Die Sachargumente der Gemeinde kann ich verstehen.“ Alles sei im Vorfeld besprochen worden. Und es sei ja auch im Ausschuss beschlossen worden, dass die Regelung bei „Not am Mann“ verändert werden könne. Zitat des Beschlusses: „Bei besonderen Ereignissen oder Notfällen (massiver Personalausfall oder ähnliches) ist eine dritte Rückfahrt jedoch grundsätzlich möglich.“ Nikolei sagt allerdings auch, dass für die Betreuung der Kinder in den Stunden kein zusätzliches Personal zur Verfügung gestellt werde.

Holen viele Eltern ihre Kinder jetzt mit dem Auto ab?
Das vermutet Ulrike Trick, weshalb der Hinweis des Bürgermeisters auf „umweltpolitische Gesichtspunkte“ nicht zutreffe. Bestätigen können die beiden Schulleiterinnen das aber nicht und sprechen von Einzelfällen. „Nötig ist das nicht“, sagt Nicolei.

Welche Lösung schlägt Trick vor?
„Wenn man für ein oder zwei Kinder keinen Bus fahren lassen möchte, muss man sich eben innovative Lösungen einfallen lassen, z.B. den Einsatz eines Taxis.“

Zur Startseite >

Orte

Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

Bitte beachten Sie beim Verfassen eines Kommentars unsere Kommentarregeln.

Verkehr ohne Verkehrsregeln führt ins Chaos. Internet-Debatten ohne Verhaltensregeln auch. Deshalb gibt es diese Kommentarregeln. Sie definieren den Rahmen, der eine sachliche, niveauvolle, faire und offene Diskussionskultur möglich machen soll. Wir bitten alle Leserinnen und Leser, sich an die folgenden Regeln zu halten:

  • Registrierung: Um bei uns mitdiskutieren zu können, müssen Sie sich registrieren. Bitte tun Sie dies mit Ihrem tatsächlichen Namen. Wir behalten uns das Recht vor, Accounts mit Fantasienamen zu sperren.
  • Seien Sie freundlich, fair und tolerant! Ein guter Umgangston ist die Grundlage für eine gute Diskussion. Behandeln Sie andere so, wie Sie selbst behandelt werden möchten.
  • Das bedeutet: Keine persönlichen Angriffe auf andere Nutzer! Beleidigende, rassistische, sexistische, vulgäre, hetzerische oder gewaltverherrlichende Töne sind bei uns nicht erwünscht und werden vom Administrator gelöscht. Gleiches gilt für Links auf entsprechende Seiten im Internet.
  • Teilen Sie Informationen mit uns! Schenken Sie uns und den anderen Lesern Ihr Expertenwissen! Schildern Sie uns Ihre Beobachtungen als Augenzeuge! Stellen Sie Fragen und sagen Sie uns, wozu Sie noch mehr erfahren wollen!
  • Das Veröffentlichen urheberrechtlich geschützter Inhalte - zum Beispiel kompletter Artikel anderer Internetseiten - ist nicht erlaubt. Inhalte und Links mit werblichem oder kommerziellem Charakter werden gelöscht.
  • Es ist verboten, private Daten (Adressen, Telefonnummern, E-Mail-Adressen) zu veröffentlichen.
  • Beachten Sie das Thema einer Diskussion - Off-Topic-Beiträge sind unerwünscht.
  • Mit der Teilnahme an der Diskussion erkennen Sie die Kommentarregeln an. Bei Verstößen kann ein Diskussionsteilnehmer dauerhaft ausgeschlossen werden. Eine Registrierung unter einem anderen Namen wird nicht gestattet.
  • Wir behalten uns vor, einzelne Nutzerbeiträge in anderen Medien zu veröffentlichen. Ein Anspruch auf ein Honorar besteht nicht.
  • Bei technischen Problemen schreiben Sie bitte eine E-Mail an online@ruhrnachrichten.de.
Sie können bis zu 1000 Zeichen als Text schreiben.

Mehr aus diesem Ressort

Auch interessant

Weitere Artikel

Das Morgen-Update: Taucher bergen Leiche, Dieseltanks brennen, Kevin Großkreutz sagt aus

Taucher bergen Leiche, Dieseltanks brennen, Kevin Großkreutz sagt aus

NRWTaucher bergen die Leiche eines Mannes aus einem Auto im Rhein-Herne-Kanal, die Parteien formulieren erste Bedingungen für ihre weitere Arbeit. Klagen gegen den Neubau der A1-Brücke in Leverkusen, ein Großbrand in Ennepetal, Kevin Großkreutz als Zeuge vor Gericht, die Champions League, Donald Trump wird Obamacare nicht los - hier erfahren Sie, was Sie in der Nacht verpasst haben und was der Tag bringt.

Nach Oben
© 2016 Verlag Lensing-Wolff GmbH & Co. KG